
Es gibt Reisen, die man lange plant und von denen man noch länger geträumt hat – und dann gibt es Reisen, bei denen man sich fragt, ob man wirklich für fast vier Wochen auf ein Kreuzfahrtschiff ziehen möchte. Lange herbeigesehnt und doch einen Tag vor Abflug kurz vorm Nervenzusammenbruch.
Unsere Koffer sind gepackt und die Vorfreude ist riesig. Wir freuen uns auf 28 Tage Horizont am Ende des Ozeans, das Kennenlernen neuer Länder und Kulturen, Strände wie aus dem Bilderbuch und das Gefühl, jeden Morgen an einem neuen Hafen aufzuwachen.
Wir, das sind mein Mann Marc, unser Sohn Quentin und ich, Kathrin. Am 26.02.2026 ging es für uns in La Romana an Bord der AIDAperla. Zugegeben war diese Tour nur Plan B, denn unsere Afrika-Umrundung mit AIDAprima wurde aufgrund der Lage im Nahen Osten storniert. Im Nachgang könnten wir über diese Absage nicht glücklicher sein.

Diese Reise war unsere zehnte Kreuzfahrt und etwas ganz Besonderes – so lange, so intensiv und doch so entspannt, wie keine zuvor. Und mit jeder zurückgelegten Seemeile wurde uns klar: Es geht nicht nur darum, wieder in Hamburg anzukommen, sondern all die kleinen und großen Momente dazwischen bewusst zu erleben.
Dieser Reisebericht ist eine Sammlung genau dieser Augenblicke. Eine Erinnerung an eine besondere Zeit zwischen Fernweh und Heimkehr, zwischen sehr viel Wasser und sehr viel Buffet, zwischen tropischen Temperaturen und norddeutschem „Frisch“, immer mit dieser einen Frage im Kopf: „Welcher Wochentag ist heute eigentlich?“
1. Tag – Anreise La Romana
Der Tag begann sehr früh: Um 3 Uhr klingelte der Wecker, um 4.30 Uhr holten uns mein Papa und meine Schwiegermutter ab, um uns nach Frankfurt zum Flughafen zu fahren.
Die Wohnung für so lange Zeit zu verlassen, war schon ein merkwürdiges Gefühl. Eine Mischung aus kribbelnder Vorfreude und leiser Unruhe stieg in mir auf. Die Frage „Haben wir alles?“ begleitete mich bei einem letzten Streifzug durch die Wohnung. Aber wir hatten keine Zeit für Gefühlsduselei, das Flugzeug wartet nicht auf uns.
Der Flug mit Condor war für 9.20 Uhr geplant und als wir gegen 6.30 Uhr am Flughafen ankamen, war dort nicht so viel los wie erwartet. Die Kofferabgabe, der Check-in, der Security-Check und die Passkontrolle zur Ausreise waren schnell erledigt. Das Boarding begann pünktlich gegen 8.40 Uhr. Und schwupp, saßen wir auch schon im Flieger.
In der Chartermaschine merkten wir gleich, dass wir nicht die einzigen waren, die sich dachten: „Wir machen diese große Reise noch, bevor unser Kind zur Schule geht.“ Es waren nämlich sehr viele Familien im Flieger.

Nach einem ruhigen, angenehmen Flug, ca. drei Filmen, zwei Mahlzeiten, einem Nickerchen und 27-mal der Frage: „Mama, wann sind wir da?“ später, landeten wir nach fast elf Stunden in La Romana bei 28 Grad. Die Busse standen schon bereit und ca. 20 Minuten später waren wir beim Check-in am Cruise Terminal von La Romana. Der Empfang war sehr herzlich und bunt. Das Terminal wirkte fast wie eine Hotelanlage, denn es gab einen großen Pool, Bars, Souvenirgeschäfte, Food Trucks – karibisches Feeling inklusive!


Sehr positiv war, dass wir die Koffer nicht am Gepäckband abholen mussten, die wurden später direkt zur Kabine gebracht. Badeklamotten und Flip Flops hatten wir im Handgepäck, sodass wir uns direkt schon mal umziehen und zum Four Elements konnten. Quentin wollte unbedingt den Lazy River ausprobieren, den wir davor schon ganz oft in YouTube-Videos gesehen haben.
Natürlich machten wir auch einen Schiffsrundgang, denn alles war noch so schön leer. Mit Erschrecken mussten wir allerdings feststellen, dass es auch einen Lego Store gab. Das könnte teuer werden..

2. Tag – Seetag
Dieser Seetag war dringend nötig. Wir waren echt platt von der Anreise am Vortag, hinzu kam der Jetlag wegen der Zeitverschiebung von fünf Stunden.
Wir waren dementsprechend früh wach und sind zum Frühaufsteher-Frühstück am Pool auf Deck 15. Später sind wir dann aber noch zum „großen Frühstück“ ins Buffetrestaurant. Auffällig fanden wir, dass gar kein großes Gedränge herrschte. Alles war entspannt, kein großer Ansturm beim Buffet. Das setzte sich über die kommenden Tage (leider nur bis Barbados) auch so fort, was uns ziemlich überrascht hat. Es ist unsere dritte Reise mit AIDA und so ruhig haben wir das zuvor noch nicht erlebt. Es war ganz anders als auf AIDAnova und AIDAcosma. Was macht man so am ersten Seetag? Natürlich das Schiff erkunden!
Hier ein paar Eindrücke:




3. Tag – Aruba
Aruba empfing uns mit nur ganz wenigen Wolken, 29 Grad und jeder Menge Wind. Nach dem ersten Frühstück um 7.00 Uhr und dem zweiten Frühstück um 9.30 Uhr gingen wir bei strahlendem Sonnenschein von Bord. Unser Ziel war der Eagle Beach. Es soll der schönste Strand der Insel und laut Tripadvisor sogar einer der schönsten weltweit sein.
Auf dem Weg aus dem Terminal raus wurden wir mehrfach von Taxifahrern und Tour Guides angesprochen, aber wir wollten die ca. 4,3 km lange Strecke zu Fuß gehen. Das ist mit einem 6-Jährigen zwar ein gewagtes Manöver, aber wir waren motiviert. Unser erster Eindruck von Aruba war allerdings nicht der beste. Ehrlicherweise sind die Gegenden um die Kreuzfahrt Terminals ja oft nicht die schönsten, aber auf dem ganzen Weg zum Strand haben wir wenig Schönes gesehen.
Dieses Foto beschreibt mein Gefühl: Angekommen im Paradies, aber paradiesisch sieht irgendwie anders aus.

Nach ca. 55 Minuten waren wir am Anfang des Strandes und nicht die ersten AIDA-Gäste dort. Der Strand war gut gefüllt und gepflastert mit gelb-weißen AIDA-Handtüchern. Einen Platz im Schatten unter einem Baum haben wir trotzdem schnell gefunden. Der Strand ist wirklich ein Traum: feiner, weißer Sand und türkisblaues Meer. Was will man mehr?!

An der Strandbar Coco Loco haben wir für 18 US-Dollar 1 Bier, 2 Eistee und 1 Flasche Wasser bekommen. WLAN gab‘s gratis. Nach ca. 3,5 Stunden und Marcs erstem Sonnenbrand haben wir den Rückweg zum Schiff angetreten. Quentin und ich sind mit dem Taxi gefahren (5 US-Dollar/pro Person), Marc ist gejoggt (vielleicht wollte er seine 5 Mahlzeiten vom Vortag abtrainieren, wer weiß?
Um 16.00 Uhr ist Quentin noch in den Kids Club gegangen und in den 1,5 Stunden, die er dort verbrachte, konnten wir in Ruhe an der Bar was trinken und dabei die Möglichkeiten für den nächsten Tag durchgehen. Der Strand auf Aruba machte Lust auf mehr Karibik und Curaçao wartet ja schon auf uns…
4. Tag – Curacao
Der erste Eindruck von Curacao war toll. Das lag nicht nur am Wetter – sonnig, wenig Wolken, allerdings ziemlich windig. Nein, die Hauptstadt Willemstad war bunt und einladend – die Menschen begegneten uns freundlich. Der Plan war, dass wir vormittags zu einem Mangrovenwald gehen, der direkt gegenüber der AIDA lag.
Online haben wir gesehen, dass man dort Kajak-Touren buchen kann und wir wollten fragen, ob das auch ohne Vorab-Reservierung möglich war. Und wir hatten Glück: Es gab noch eine Tour um 12.15 Uhr. Perfekt, somit hatten wir vorher noch Zeit den Park zu Fuß zu erkunden. Eine sehr gepflegte Anlage, in der kaum Menschen unterwegs waren. Ein grüner Ruhepol, inmitten der trubeligen Stadt.

Als es dann Zeit für die Kajak-Tour war, gingen wir zum Eingang zurück, um unseren Rucksack und unsere Schuhe in die Schließfächer zu verstauen. Nachdem wir die Schwimmwesten angelegt und eine kurze Einweisung zum Lenken und Bremsen erhalten haben, ging es auch schon los. Und was soll ich sagen? Inmitten der Natur zu paddeln und dabei noch etwas über die Mangroven zu lernen, war eine ganz tolle Erfahrung – inklusive Muskelkater am nächsten Tag. Die Kajak-Tour inkl. Eintritt in den Park kostete uns insgesamt 55 US-Dollar.

Nach dem gelungenen Ausflug sind wir zum Mittagessen aufs Schiff, um uns ein wenig auszuruhen. Wir wollten fit sein für den Abend, unser Plan war, nach Sonnenuntergang nochmal rauszugehen. Erstens um unsere leicht verbrannte Haut nicht noch mehr zu strapazieren und zweitens, um den Touristen-HotSpot die Königin-Emma-Brücke im Dunkeln zu erleben.
Gegen 17 Uhr starteten wir. Auf dem Weg dorthin kamen wir am Rif Fort vorbei, einem Open-Air-Einkaufszentrum, das teilweise in die Mauern einer alten Festung hineingebaut wurde. Es bietet Shops, Bars, Restaurants und tolle Aussichtspunkte.

Die abendliche Stimmung dort war so stimmungsvoll und lauschig, einfach Urlaubsfeeling pur. So eine Abendstimmung, bei der man denkt: „Ach, hier könnten wir noch ein paar Tage bleiben.“ Der Bereich um die Brücke war sehr belebt. Viele Touristen wollten das Öffnen und Schließen der beleuchteten Brücke erleben.

Dadurch dass wir erst um 22 Uhr abgelegt haben, konnten wir den Abend an Land richtig genießen. Uns wurde bewusst, dass das eine Premiere war. Denn bei all unseren Kreuzfahrten zuvor legten die Schiffe spätestens um 20 Uhr ab. Es war eine ganz neue Erfahrung, erst so spät wieder aufs Schiff zurückzugehen. Rückblickend betrachtet, war es der schönste Abend der gesamten Kreuzfahrt.
Hier noch ein paar farbenfrohe Eindrücke von Curacao:





5. Tag – Bonaire
In Bonaire wollten wir uns ein Auto ausleihen, um die Insel zu erkunden. Online war das allerdings am Vortag nicht mehr möglich, also wollten wir es bei einem Verkäufer am Terminal versuchen. Für einen Tag sollte das Auto 150 US-Dollar kosten, was 50 US-Dollar über unserem gesetzten Limit war. Direkt neben dem Stand der Autovermietung war der Stand des Touranbieters Bonsiman. Deren Tour sollte über die Südroute verlaufen, die wir auch mit dem Auto abfahren wollten. Der Preis lag bei 25 US-Dollar/pro Person, Quentin konnte auf unserem Schoß sogar kostenlos mitfahren. 15 Minuten später saßen wir also im Bus und starteten unsere Tour. Der Fahrer und Guide Justino machte einen netten Eindruck, ein sehr sympathischer Typ, der uns viel über Bonaire erzählte.
Auf der Fahrt gab es mehrere schnelle Fotostopps, z.B. bei den Sklavenhütten, den Flamingos, den Salzseen, bei den verschiedenfarbigen Obelisken und ganz zum Schluss am Te Amo Beach. Dort gab es die Möglichkeit eine bis drei Stunden zu verweilen und Justino holt uns dann jede volle Stunde ab und fährt zum Schiff zurück.


Wir sind „nur“ 90 Minuten geblieben, weil es wirklich super heiß und unser Platz nicht der schattigste war und wir auch noch direkt an der Anlegestelle beim AIDA-Kussmund ins Wasser wollten.
Quentin und ich sind mit dem Bus gefahren, Marc wollte wieder joggen. Trotz der Hitze war er ziemlich schnell unterwegs, denn er traf nur ein paar Minuten nach uns am Pier ein.

Dort war einiges los. Natürlich viele Urlauber, aber auch ein paar Crew-Mitglieder verbrachten dort ihre Mittagspause. Das Wasser war mal wieder kristallklar und der Steg eignete sich super für Quentins ersten Sprung ins Meer.
6. Tag – Seetag
An unserem zweiten Seetag hatte ich mir im Vorfeld den Eintritt ins Spa gebucht. Für 12 Euro konnte man von 8.00 bis 11.00 Uhr den Wellnessbereich nutzen. Als ich um kurz nach 8.00 Uhr dort war, war ich zwar nicht die Erste, aber es waren auch noch nicht viele Gäste dort.
Das Spa ist sehr schön in Grün- und Beigetönen gestaltet. Es gibt einen Nacktbereich mit verschiedenen Saunen und einen Wellnessbereich, den man mit Badekleidung betritt. Dort befinden sich Ruheräume, eine Wasser-, Tee- und Obststation und ein kleiner Pool. In beiden Bereichen gibt es auch Außenbereiche mit Whirlpools, diese darf man allerdings ausschließlich mit Badekleidung betreten. Für mich war es ein gelungener Vormittag und vor allem eine ruhige Auszeit am oft stressigen und lauten Seetag.



Ansonsten machten wir halt das, was man am Seetag so tut…. Sich durch Restaurants schlemmen, schwimmen, spielen, am Kids-Programm teilnehmen. An den Seetagen wurde wirklich viel geboten, dazu mehr in Teil 2 an Tag 12-17.
Irgendwo dazwischen haben wir Familie K. aus Hessen kennengelernt, denen wir immer wieder auf dem Schiff begegnet sind, das erste Mal bereits im Bus in La Romana. Sie haben zwei Kinder und da sich die Kids gut verstanden haben, haben wir immer mehr Zeit miteinander verbracht. Die Kinder sind auch zusammen in den Kids Club gegangen, was uns Erwachsenen auch mal Zeit für Plaudereien, Sport- oder Spieleinheiten gegeben hat.

7. Tag – Grenada
Unserer sonnenstrapazierten Haut wollten wir heute mal eine Pause gönnen, daher war ein Strandbesuch schon mal ausgeschlossen. Stattdessen wollten wir zum Annandale Wasserfall, am besten mit dem öffentlichen Bus. Das sollte laut Internet-Bewertungen die günstigste Variante sein, um dorthin zu kommen.
Als wir aus dem Terminal rausgegangen sind, waren wir uns aber nicht mehr sicher, ob wir das wirklich durchziehen wollten. Wir wurden sehr oft angesprochen bzgl. Touren oder Taxis und ich glaube, das waren nicht immer offizielle Anbieter. Die Verkäufer waren irgendwie aufdringlicher als auf den ABC-Inseln und wirkten manchmal etwas zwielichtig.
Den Busbahnhof haben wir mit einmal nachfragen allerdings schnell gefunden (es ist der Bus Nr. 7 Richtung Willis) und schon gings los. Ich sag‘ mal so: Das war ein wilder Ritt. Natürlich ist der Linksverkehr gewöhnungsbedürftig. Aber für diese Fahrweise, die hier an den Tag gelegt wird, muss man wirklich kerngesund sein. Dazu kam, dass wir irgendwann allein im Bus saßen und uns die Wege sehr abgelegen vorkamen. Da kam kurz ein wenig Unbehagen in uns auf.
Aber als wir gegen Ende der Fahrt näher beim Wasserfall waren, sahen wir schon mehrere Touristenbusse. Hier waren wir also richtig. Günstiger hätten wir auch nicht dorthin kommen können, die Busfahrt kostete nur 1 US-Dollar/Person. Der Eintritt zum Wasserfall betrug 5 US-Dollar/Erw. (Für Quentin mussten wir nichts bezahlen.) Was für ein schöner Ort!

Ein schöner Kontrast zu den sonnigen Stränden. Etwas kühler, wenig Sonne, dafür viel Grün und klares Wasser.
Für 5 US-Dollar kann man hier einen Klippenspringer zum Springen bewegen. (Oder man wartet, bis jemand anderes die 5 US-Dollar zahlt.) Dieser klettert dann 16 Meter durchs Dickicht und springt ins Wasser. Wirklich toll anzusehen! Direkt am Wasserfall gibt es auch eine kleine Bar, wo wir uns mit Getränken versorgt haben. Drinks with a view!

Nach dem Besuch beim Wasserfall sind wir wieder mit dem öffentlichen Bus zurück nach St. George gefahren. Große Lust auf die Stadt hatten wir aber nicht mehr. Wir fühlten uns einfach nicht so wohl dort und sind deshalb direkt zum Schiff zurück.
Wieder mal ein schöner Tag in der Karibik und ganz anders als die Tage zuvor. Die Schönheit und die verschiedenen Facetten der einzelnen Inseln kamen Tag für Tag mehr zum Vorschein.
8. Tag – Barbados
Für Barbados hatten wir (mal wieder) keinen richtigen Plan. Es gab die Auswahl an diesen oder jenen Strand zu gehen (oder zu Rihannas Haus zu fahren)
Wir gingen tatsächlich schon um 7.50 Uhr von Bord und machten uns auf zum nächstgelegenen Strand, der lt. Google Maps ca. 25 Gehminuten entfernt war. Das frühe Aufstehen hatte sich echt gelohnt. Wir hatten den Strand fast ganz für uns allein.
Hier das Beweisfoto:

Wir wollten uns eigentlich gerade eine Liege klarmachen, da sprach uns ein Tourverkäufer an. Für 30 US-Dollar/Person (Quentin kostete nichts) könnten wir mit dem Boot zu den Schildkröten und zum Schiffswrack fahren, um dort zu schnorcheln. Ok, bei den Schildkröten konnten wir nicht nein sagen. Also ab aufs Boot (es waren aufgrund der frühen Uhrzeit nur noch weitere sieben Personen mit dabei). Und es dauerte wirklich nur 5 Minuten, da haben wir durch den Glasboden die erste Schildkröte gesehen. Und auch beim Schnorcheln haben wir dann zwei Schildkröten und einen Rochen gesehen.
Der nächste Schnorchelspot war dann das Schiffswrack. Unser Guide nahm Kekse mit, um dort Fische anzufüttern und das hat super funktioniert. Es kamen sehr viele Fische aus dem Wrack.

Zum Glück hatten wir unsere Tour gerade beendet, da traf uns eine fette Regenwolke. Wir haben uns in eine Strandbar gerettet. Die Zeit nutzte ich, um mich ins WLAN einzuwählen und ein paar Nachrichten zu beantworten.
Nach 20 Minuten war der Regenspuk vorbei und erst als wir den Rückweg zum Schiff antreten wollten, haben wir gesehen, dass der Strand richtig voll war. Kein Wunder, es waren an diesem Tag gleich vier Kreuzfahrtschiffe in Barbados. Und Regen hält niemanden davon ab, an den Strand zu gehen. Es regnet kurz und danach scheint wieder die Sonne, fertig.
Den Nachmittag bzw. frühen Abend verbrachten wir im Four Elements mit Familie K. Die Kinder haben miteinander gespielt und wir konnten einen traumhaften Sonnenuntergang betrachten.

9. Tag – Martinique

Martinique machte schon vom Schiff einen sehr grünen Eindruck. Unser Plan war es das grüne Martinique noch intensiver zu erleben und dafür in den botanischen Garten „Jardin de Balata“ zu fahren. Wir wollten mal wieder früh los, leider haben wir aber den ersten Bus verpasst. Die unverhoffte Stunde nahmen wir aber gerne mit und erkundeten ein wenig Fort-de-France. Wir schlenderten durch die Gassen, vorbei an der berühmten Bibliothèque Schœlcher bis hin zur Kathedrale Saint-Louis.



Was uns auffiel und was einen sehr positiven Eindruck bei uns hinterlassen hat: Wir wurden bis dato kein einziges Mal angesprochen. Niemand wollte uns etwas verkaufen oder eine Tour anbieten.
Wir nahmen den öffentlichen Bus um 9.15 Uhr und sind ca. 30 Minuten später, nach einer rasanten Fahrt mit viel Gehupe, beim Garten angekommen. Der Eintritt kostete 16 Euro/Erw. und 11 Euro/Kind. (Ja, wir konnten wieder mit Euro bezahlen, da Martinique zu Frankreich gehört.)
Der Jardin de Balata ist einer der bekanntesten botanischen Gärten der Karibik und wirklich ein grünes Paradies! Über 3000 Pflanzenarten, Kolibris, Echsen und Fische findet man in der farbenfrohen Landschaft.

Das Highlight für Quentin war die Hängebrücke, die durch den Garten führte und es gab einen Spielplatz mit zwei Rutschen.

Insgesamt waren wir ca. zwei Stunden im Park und ich würde jedem empfehlen möglichst früh zu kommen, weil später sehr viel los war (ca. 45 Minuten Wartezeit an der Hängebrücke).
Wir sind mit dem Bus wieder zurück in die Stadt gefahren. Marc und Quentin sind gleich zum Schiff zurück, während ich noch zur Thai Massage bin. Ich habe eine sehr gut bewertete gefunden, die ich wirklich nur weiterempfehlen kann. (Bussaba Thai Sabai Massage 70 Euro/1 Stunde).
Ich habe mich übrigens noch nie an Bord massieren lassen. Bisher haben mich die hohen Preise meist abgeschreckt. Ich suche mir immer eine Thai Massage an Land. Das Preis-Leistungs-Verhältnis ist dort meiner Erfahrung nach super, egal in welchem Land!
Gut erholt und in der prallen Sonne lief ich danach auch zu AIDAperla. Die Sonne brannte förmlich auf der Haut. Zeit für eine Erfrischung im Pool.
10. Tag – Antigua
Auf Antigua sollte es sportlich zugehen: Wir haben uns über den AIDA-Ausflugsschalter Fahrräder ausgeliehen. Für 29 Euro kann man das Fahrrad den ganzen Tag nutzen. Familie K. hat sich uns angeschlossen und mit Komoot haben wir eine Tour gefunden, die mit ca. 32km und 400Hm rund um die Insel führte.
Wir waren hochmotiviert (ehrlicherweise ich nicht so, die anderen drei dafür umso mehr 😊). Also Kinder ab in den Kids Club und los geht’s.
Da Antigua für seine angeblichen 365 Strände bekannt ist (einer für jeden Tag des Jahres), wollten wir mindestens 2-3 davon sehen. Im besten Fall war noch der Strand mit der bekannten roten Telefonzelle dabei.
Die Straßen um den Hafen herum waren sehr voll, da war es schon etwas wuselig. An den Linksverkehr mussten wir uns auch erst gewöhnen.
Und gerade als wir aus dem Gewusel der Stadt raus waren und den ersten Berg geschafft hatten (bitte die Höhenmeter nicht unterschätzen und evtl. lieber E-Bikes ausleihen), gab es einen Regenschauer. Wir stellten uns ca. 10 Minuten an einem Baum unter und als der Regen nachließ, ging es weiter. Zwar klatschnass, aber es ging weiter.
Nach 40-minütiger Fahrt teils an der Hauptstraße teils durch unwegsames Gelände waren wir schon froh, wenn wir irgendwo heil ankommen und ein kühles Getränk zu uns nehmen konnten.
Am ersten Strand, es war der Valley Church Beach, haben wir dann festgestellt, wie dreckig die Fahrräder und wir selbst waren. Zum Glück konnten wir uns im Meer kurz erfrischen und uns vom schlimmsten Matsch befreien.

Weiter ging es zum zweiten und letzten Strand, dem Ffryes Beach. Dort gab es eine Strandbar und Picknick-Tische, wo wir uns direkt niedergelassen haben. Es war ein schöner Nachmittag mit einem noch schöneren Ausblick aufs Meer. Nach zwei Stunden machten wir uns auf den Rückweg zum Schiff.

Generell hatte man die Wahl an der viel befahrenen Hauptstraße oder durch die Wohnviertel zu fahren. Beides fühlte sich irgendwie merkwürdig an. Wir hatten den Eindruck, dass sich in manche Gegenden noch nie ein Tourist hin verirrt hat. Dort erlebten wir eine Szene, die unser Gefühl bestärkte: Einige Kinder spielten im Garten Fußball, entdeckten uns und ein Mädchen rief laut: „White people!“ Uns blieb nur eins – freundlich lächeln, nett winken und weiterfahren.
Am Hafen angekommen, machten wir noch kurz Halt für ein letztes Abschlussgetränk und ein Beweisfoto, das unseren Verschmutzungsgrad festhält. Unser Mitleid galt an diesem Tag dem Mitarbeiter oder der Mitarbeiterin, der/die unsere Fahrräder reinigen musste, sorry!

11. Tag – St. Kitts
Auf St. Kitts hatten wir zum ersten Mal einen Ausflug über AIDA gebucht. Es war ein Angelausflug, den Marc sich ausgesucht hatte. Für Quentin und mich ist das nichts, deshalb haben wir Marc nur kurz vom Schiff begleitet und sind dann ins Four Elements. Zwischenzeitlich hatte es sich leider eingeregnet und uns war klar, dass Marc klatschnass zurückkommen würde. Das tat er dann auch gegen 13.00 Uhr, dann gingen wir schnell zusammen zum Mittagessen und danach zu unserem letzten Highlight in der Karibik: Timothy Hill – ein schöner Aussichtpunkt mit einem tollen Panoramablick über die Insel.
Wir haben ein Taxi genommen, die Fahrt dauerte ca. 15 Minuten. Der Fahrer hat am Aussichtspunkt ca. 10 Minuten auf uns gewartet und uns dann zurück zur AIDA gebracht. Timothy Hill liegt direkt an einer viel befahrenen Straße, es war einiges los dort, viele Autos und Radfahrer legten hier einen Zwischenstopp ein. Man hat dort einen atemberaubenden Ausblick auf St. Kitts, die Nachbarinsel Nevis und den Atlantik auf der einen und das Karibische Meer auf der anderen Seite.
Immerhin hat es die letzten zwei Stunden auf karibischem Boden nicht geregnet und der Kurztrip war die 40 US-Dollar wert. Ein perfekter Abschluss unserer Karibik-Tour!

Zurück am Hafen bei einem letzten Getränk auf karibischem Boden, ließen wir unsere bisherige Zeit auf AIDAperla Revue passieren, mit einem weinenden und einem lachenden Auge. Einerseits freuten wir uns darauf, unsere Fahrt nach Europa fortzusetzen, aber wir waren auch traurig darüber, dass wir die Karibik hinter uns lassen mussten. Später beim Sailaway lag dann dementsprechend viel Wehmut in der Luft.
Fazit/Empfehlungen Karibik
Ich hatte im Vorfeld sehr viele Fragen über die Karibik. Zum Glück haben wir einige begeisterte Kreuzfahrer in unserem Umfeld, die viele unserer Fragen schon im Vorfeld beantwortet haben.
So haben wir zum Beispiel vor der Reise keinen Ausflug über AIDA gebucht. (Den Angelausflug haben wir erst kurzfristig an Bord entdeckt.) Warum? Weil die Ausflüge oft recht teuer und nicht immer gut für Kinder geeignet sind. Hier lohnt es sich auch die Angebote von anderen Anbietern (z.B. meine-landausfluege.de) zu checken.
Außerdem ist man ohne feste Ausflugszeiten auch flexibler. Denn wenn man sich schon vor der Reise für jeden Tag einen Ausflug bucht, gibt es wenig Spielraum für Spontanität und viele Abenteuer zwischendurch bleiben dann auf der Strecke. Außerdem kann man auf jeder Insel am Terminal fast die gleichen Touren buchen wie an Bord – nur für weniger Geld. Dort wo wir waren, waren auch die Touristenbusse und AIDA-Ausflügler. Wir haben ganz oft die AIDA-Scouts unterwegs getroffen. Grüße an Saskia an dieser Stelle!
Auch wenn man sich mit anderen Urlaubern unterhält, bekommt man gute Tipps für Sehenswürdigkeiten und Aktivitäten. Wir haben einige Gäste an Bord kennengelernt, die die Karibik kennen wie ihre Westentasche, da kann man auch gute Tipps für die eigenen Touren bekommen.
Taxis zu den Stränden stehen übrigens immer am Terminal und kosten oft nur 5 US-Dollar zum nächstgelegenen Strand.
Ach ja, US-Dollar…. Wir hatten bei unserer Hausbank im Vorfeld 400 US-Dollar getauscht. Das war fast eine Punktlandung, denn wir hatten am Ende noch 3 US-Dollar übrig. Ich muss allerdings dazu sagen, dass wir überall dort, wo es möglich war (Supermarkt oder Shops) mit Karte gezahlt haben.
Ich empfehle übrigens (nicht nur für Kinder) UV-Kleidung, gerade wenn man viele Aktivitäten draußen plant, bei denen man sich vielleicht nicht ständig eincremen kann. Wir haben sehr viel verbrannte und rote Haut gesehen.
Außerdem sollte man eine Taucherbrille und Schnorchel im Gepäck haben. Die Unterwasserwelt ist wirklich zauberhaft.
Abschließend kann ich über die Karibik sagen, dass es hoffentlich nicht das letzte Mal war, dass wir dort waren. Jede Insel bietet hunderte Möglichkeiten, den Urlaub einzigartig und individuell zu gestalten. Für jeden gibt es hier die passende Insel mit der passenden Aktivität.
Ich wurde oft gefragt, welche Insel mir am besten gefallen hat, aber das kann man so pauschal nicht beantworten. Wir haben überall wunderschöne Fleckchen Erde entdeckt und ich bin sehr glücklich und dankbar, dass wir diese Erfahrung machen durften. (Ein kleines Stück meines Herzens habe ich allerdings am Strand von Barbados verloren)
Natürlich liegt die Karibik nicht gerade ums Eck, man muss einen 10-stündigen Flug auf sich nehmen, was gerade mit Kindern zu einer Herausforderung werden kann. Und die Kosten müssen natürlich auch ins Reisebudget passen. Aber wenn man die Möglichkeit hat – nicht zu lange nachdenken, einfach machen!
Mit diesem Abschnitt endet der erste Teil meines Reiseberichts über unsere Transreise. Im zweiten Teil nehme ich euch mit über den Atlantik, zu den Kanaren und entlang der Westküste Europas nach Hamburg – und erzähle euch auch, warum Porto für uns leider ein Sehnsuchtsort geblieben ist.






